04.12.2016, 00:53 Uhr

Interview mit Fernanda Brandao

„Als Jurorin bin ich ehrlich, manchmal hart und immer herzlich"


Die Neue in der DSDS-Jury weiß, wie man die Pop-Charts stürmt. Mit dem Latino-Trio Hot Banditoz sang sich Fernanda Brandao (27) schon in die Top Ten. Und DSDS-Boss Dieter Bohlen ist ganz begeistert von der „Hammerbraut“…

Wie ist Dieter Bohlen denn so?
Ich komme gut mit Dieter klar. Ich mag Leute, die direkt sind, bin ja auch selber nicht auf den Mund gefallen. Er ist ein bisschen verrückt, das mag ich gerne, aber er hat auch eine sehr fürsorgliche und sensible Seite.

Sie haben ganz offen bekannt, dass Sie auf ältere Männer stehen…
…wie auch auf jüngere. Ich steh auf alle Männer (lacht). Ich bin für alles offen.

Muss sich Dieter Bohlens Freundin Carina Sorgen machen?
Es stimmt schon, ich passe ganz gut in Dieters Beuteschema, aber man soll nicht alles glauben, was so getratscht wird. Carina reagiert darauf sehr entspannt und das kann sie ruhig.

Sie haben angekündigt, DSDS für die Partnersuche zu nutzen…
Man weiß nie, wann die Liebe kommt. Es trifft einen immer überraschend. Und wenn ich meinen Traumprinzen ausgerechnet bei DSDS finde, dann würde es mir auch nichts ausmachen, den Zuschauern meine Gefühle zu zeigen. Ich teile Freude gerne. Und wenn Mr. Right da steht und mein Herz bumbumbum geht, darf jeder gern daran teilhaben.

Was schätzen Sie an Männern?
Ich mag ehrliche Menschen, die können ruhig ein bisschen verrückt und gaga sein, wenn sie nur dazu stehen.

Wie kann man Ihr Herz erobern?
Eitle Typen, die sich wie ein Weihnachtsbaum stylen, sprechen mich gar nicht an. Ich steh auf Männer, die selbstbewusst auftreten. Egal ob sie groß, klein, muskulös oder dünn sind und nur noch wenig Haare haben. Der Mann, der mir gefällt, muss mit seiner Aura einen Raum füllen.

Soll er kochen können?
Mir wäre lieber, er tut männliche Dinge, zum Beispiel Reifen wechseln. Das finde ich sexy. Kochen kann ich selber sehr gut.

Tatsächlich?
Oh ja! Sehr scharf mit viel Knoblauch… Ich bin eben eine Latina (lacht)

Wie sind nun die Jungs bei DSDS?
Viele Typen spielen nur eine Rolle, versuchen, auf dicke Hose zu machen und wollen etwas darstellen, was sie gar nicht sind. Dabei ist Natürlichkeit die beste Waffe gegen alles.

Womit können sie als Kandidaten bei Ihnen punkten?
Ohne Stimme und Bewegungstalent geht gar nichts. DSDS ist die beste Crash-Ausbildung, die man bekommen kann. Aber wenn einer die Ausstrahlung eines Kleiderständers hat, kann man daraus keinen Superstar machen. Und jeder sollte wissen: Die Realität als Popstar ist noch viel härter als die Show.

Was meinen Sie damit?
Viele vergessen, wie viel Disziplin, wie viel Arbeit zu einem Job als Superstar gehört. Man braucht eisernen Willen, muss fast verbissen sein und darf doch nicht besessen sein.

Es sind ja auch immer wieder totale Nichtskönner dabei…
Von diesen Leuten und den lustigen Momenten lebt die Sendung. Da bin ich ganz entspannt, die wollen doch nur kurz ins Fernsehen.
Es gibt aber auch welche, die jammern dir vor, sie würden alles dafür tun weiter zu kommen, und können nicht mal ihren Text. Andere wieder sind so aufgeregt, dass sie gar nicht mehr wissen, wie sie heißen. Aber wer zur Bühne will, muss die Situation eben wegstecken können.

Werden Sie dann ärgerlich?
Es gehört viel Mut dazu, sich im Fernsehen casten zu lassen. Das ringt mir schon Respekt ab. Nur die zum Fremdschämen, die an heilloser Selbstüberschätzung leiden, die muss man einfach auf den Boden holen.

Kennen Sie die Castingsituation selbst?
Ich stehe jetzt seit 14 Jahren auf der Bühne und bin selbst oft gecastet worden. Da ist es schon ein unglaubliches Gefühl selbst der Entscheider zu sein. Und ich bin heilfroh, dass ab den Mottoshows der Zuschauer die Verantwortung übernimmt.

Können Sie mit Dieters Sprüchen mithalten?
Er hat oft recht mit dem was er sagt. Manchmal muss ich mir dabei das Lachen verkneifen. Ich bin bei meinen Bewertungen in erster Linie ehrlich, manchmal auch hart und immer herzlich.

Trauen Sie sich zu, ihn umzustimmen?
Dieter ist der Pop-Titan, das Herz der Sendung. Er hört schon nach drei Tönen, ob das Zeug zum Superstar hat. Und wenn er nicht überzeugt ist, lässt er sich kaum umstimmen. Muss er auch nicht. Es genügen ja zwei Ja-Stimmen um weiter zu kommen… (lacht)

Also verbünden Sie sich mit Patrick Nuo?
So wie Patrick das macht, gab’s das noch nie bei DSDS. Er gibt den Kandidaten immer hilfreiche Tipps, wie sie ihre Stimme, den Ausdruck, die Performance verbessern können. Wir zwei haben eben ein gutes Herz und helfen auch denen in den Recall, für die dort 100%ig Endstation ist.

Was erhoffen Sie sich von der Show für deine eigene Karriere?
Ich würde die Aufmerksamkeit gern nicht nur für meine Karriere nutzen, sondern sie auch umlenken auf soziale Projekte, für die ich mich engagiere, wie zum Beispiel Die Arche. Denn wenn man nicht nur das eigene Ego und den eigenen Erfolg vergrößert, macht doch alles mehr Sinn.

Was macht Sie selbst außergewöhnlich?
Ich mag Kontraste, fühle mich in einem Club in St. Tropez genauso wohl wie bei Onkel Heinz aufm Land. Ich brauche die Echtheit in Jogginghosen genauso wie den Glitzer. Ich liebe es, mich auszuprobieren, Grenzen auszuloten, um meinen eigenen Stil zu finden.

Und doch träumen Sie von Familie, Haus und Garten…
Bodenständig zu sein ist gerade in diesem Job wichtig. Auf der Bühne ist doch alles Illusion. Wenn du abends nach Hause kommst, keine Familie und keine echten Freunde hast, dann zerbrichst du.



 

weitere Interviews: