04.12.2016, 00:54 Uhr

Interview mit Magdalena Neuner

Magdalena Neuners letzte Medaillenjagd

 

Vom 1. bis zum 11. März (ARD und ZDF berichten live) findet in Ruhpolding die Biathlon-WM statt, die für Magdalena Neuner den krönenden Abschluss ihrer einmaligen Karriere bilden soll. Wir haben sie im Vorfeld der WM dazu befragt.


TV-direkt: Mit welchem Gefühl gehen Sie in die WM in Ruhpolding?
Magdalena Neuner: Mit einem sehr guten. Ich freue mich riesig auf die WM im eigenen Land. Eine solche Chance hat man als Sportler nicht sehr oft.

TV-direkt: Was ist das Besondere für Sie an Ruhpolding?
Magdalena Neuner: Die Fans. Es gibt kein Weltcup-Stadion auf der ganzen Welt, bei dem die Zuschauer so nah am Geschehen dran sind. Die Atmosphäre in der Chiemgau-Arena ist gerade für junge Sportler ziemlich beeindruckend und gewöhnungsbedürftig. In den ersten Jahren habe ich deshalb immer Ohrenstöpsel getragen. Inzwischen habe ich mich – ich nenn es mal – ganz gut darauf eingestellt. Daran gewöhnen kann man sich nie. Aber wenn es gut läuft, dann gibt es nicht Schöneres als von 25 000 Ruhpoldinger Fans angefeuert zu werden.

TV-direkt: Laufen Sie gerne in Ruhpolding?
Magdalena Neuner: Ja. Die Strecken sind steil und anspruchsvoll. Das kommt mir entgegen. Und Ruhpolding ist für mich natürlich schon immer etwas ganz besonderes.

TV-direkt: Hat Sie der Termin der WM in Ruhpolding 2012 nach Vancouver bewogen, weiterzumachen, nachdem Sie nach Olympia bereits vorsichtig von Rücktritt gesprochen haben?
Magdalena Neuner: Das hat sicherlich eine Rolle gespielt. Eine Heim-WM ist ganz einfach einer der absoluten Höhepunkte, die man als Sportler in seiner Karriere erleben kann. Das ist für mich schon noch einmal ein ganz großes Ziel gewesen.

TV-direkt: Was sind Ihre Ziele? Sind es immer noch sechs Medaillen, wie Sie es im Herbst formulierten?
Magdalena Neuner: Das mit den sechs Medaillen war natürlich ein wenig hoch gegriffen. Ich hatte damals gesagt, dass nach den fünf Medaillen bei der letzten WM in Sibirien nun sechs Medaillen die logische Steigerung wären. Mir ist auch klar, dass das extrem schwer wird. Aber zumindest ein-, zwei Mal möchte ich in Ruhpolding schon ganz oben auf dem Podest stehen und die deutsche Hymne hören. Das stelle ich mir unglaublich schön vor.

TV-direkt: Dann wollen Sie auch an allen Wettkämpfen teilnehmen?
Magdalena Neuner: Wenn ich gesund und fit bin, sollte eigentlich nichts dagegen sprechen.

TV-direkt: Wer sind Ihre schärfsten Konkurrentinnen?
Magdalena Neuner: Vermutlich die gleichen wie zuletzt im Weltcup: Darya Domracheva aus Weißrussland und die Finnin Kaisa Mäkäräinen. Dazu die Russinnen und Schwedinnen. Und ich hoffe natürlich auch Andrea Henkel und die anderen aus unserem Team.

TV-direkt: Werden Sie von Familie und Freunden vor Ort angefeuert?
Magdalena Neuner: Das will ich doch schwer hoffen.

TV-direkt: Auf was freuen Sie sich nach der Karriere am meisten?
Magdalena Neuner: Das ist ganz einfach zu beantworten: Auf Normalität. Dass ich vor allem im Herbst und Winter auch einmal spontan das machen kann, was ich möchte.

TV-direkt: Wie der Auftritt bei „Sturm der Liebe“? Steht womöglich eine Schauspielkarriere an?
Magdalena Neuner: Das glaube ich eher nicht. Auch wenn mir das viel mehr Spaß gemacht hat, als ich zuvor gedacht hatte. Vielleicht ergibt sich ja mal wieder die Gelegenheit, aber eine große Schauspielerin werde ich sicher nicht.

Interview: Erich Scheck

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