07.12.2016, 11:37 Uhr

Interview mit Timothy Olyphant

Locker bleiben!

Actionstar Timothy Olyphant über gutes Geld für „Justified“, Nickerchen & Kollege Bruce Willis

„Erst schlagen, dann fragen“, so das Motto von U.S.-Marshal Raylan Givens in der Krimiserie „Justified“ (ab 10. März, Kabel Eins). Ganz wie in der guten alten Wild-West-Zeit: Mit Cowboyhut und -stiefeln durch die Gegend laufen und Kriminelle abknallen. Ein „cooler“ Spaß für Darsteller Timothy Olyphant. Im TVdirekt-Interview wird schnell klar, wieso der 43-Jährige die Rolle so verdammt gut spielen kann – Olyphant knurrt seine Antworten mehr, als dass er redet, aber er redet und antwortet gerade heraus ..

TVdirekt: Ihre Figur, der US-Marshal Raylan Givens wird als cooler Shitkicker bezeichnet. Was ist das denn?
Timothy Olyphant: Genau weiß ich es nicht, aber ich glaube das ist eine Bezeichnung für einen Cowboy. Es hat was mit den Stiefeln zu tun...shit kicken.

TVdirekt: Was gefällt Ihnen an Ihrer Figur Givens, die aus der Feder von Western-Schreiber Leonard Elmore (Todeszug nach Yuma) entspringt?
Timothy Olyphant: Er ist einfach cool! Wie alle Figuren von Leonard Elmore. Und er ist verdammt witzig.

TVdirekt: Givens mag ein cooler Revolverheld sein, aber tötet hin und wieder auch Kriminelle. Eigentlich ist er doch damit auch ein schlimmer Finger.
Timothy Olyphant: Er ist auch ein knallharter Typ, das stimmt.

TVdirekt: Wollten Sie manchmal sein wie er?
Timothy Olyphant: Ehrlich gesagt mag ich die Figur wirklich gerne. Und einen Tag lang in seinen Cowboy-Stiefeln zu stecken, würde mir schon gefallen.

TVdirekt: In der Serie scheint jeder eine Waffe zu haben und sie auch zu benutzen. Reflektiert das den Alltag in Amerika?
Timothy Olyphant: Ganz so schlimm ist es wohl nicht. Das ganze ist fiktiv und spiegelt genauso wenig das echte Leben wieder wie jede andere Serie auch.

TVdirekt: „Justified“ ist nicht ihre erste Serie, sie sind Wiederholungstäter dank „Deadwood“ und „Damages“. Wieso sind Sie so häufig in Serien zu sehen?
Timothy Olyphant: Wegen dem Geld! Das Fernsehen sichert mir meine Existenz, also mach ich es!

TVdirekt: Es gibt keine speziellen Vorteile gegenüber Filmen?
Timothy Olyphant: Nein, ich mache auch Filme des Geldes wegen. Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit, ich genieße es zu spielen. Also ist es mir egal, ob ich in Serien oder Filmen spiele. Beides sind großartige Möglichkeiten mein Leben zu finanzieren. Das alles ist nicht gerade Schwerstarbeit, vielmehr wie ein Kinderspiel und ich werde wirklich gut bezahlt.

TVdirekt: Es muss ein enormer Erfolgsdruck hinter der Serienarbeit stecken. Schließlich gibt es Serien wie Sand am Meer...
Timothy Olyphant: Es ist sicherlich schwer erfolgreich zu sein. Druck spüre ich aber keinen. Wir können nichts anderes tun, als unser bestes zu geben. Wir wissen wie Serien gemacht werden und erzählen unsere Geschichte. Sollte Druck aufkommen, lasse ich ihn nicht an mich heran.

TVdirekt: Wie man in Justified sehen kann, sind sie in sehr guter Form, sehr trainiert. Ist das eine Grundvoraussetzung wenn man als Schauspieler in den USA Arbeit haben will?
Timothy Olyphant: Nein, nur wenn der Job es verlangt. Zwischendrin genieße ich aber die Übungen, die Dir für Jobs vorgeschlagen werden. Das ist eine gute Entschuldigung um in Form zu bleiben.   

TVdirekt: Sie waren früher ein guter Schwimmer, schwimmen Sie immer noch?
Timothy Olyphant: Nicht sehr oft. Ich lasse mich eher treiben, als das ich schwimme. Und ich wate gerne durchs Wasser...

TVdirekt: Sie haben bislang sehr viele Action-Filme gemacht. Wann kommt eine Jahrhundert-Romanze wie aus einem Jane Austen-Roman, als vielschichtiger Liebhaber?
Timothy Olyphant: Ach, ich arbeite daran. Ich kann ja nicht alles auf einmal tun. Das wird mein nächster Schritt, lassen Sie mir noch etwas Zeit (lacht).

TVdirekt: Sie sind wohl doch eher der Action-Man. Machen Sie eigentlich alle Stunts selbst?
Timothy Olyphant: Immerhin ziemlich viele davon.

TVdirekt: Also eher gemächlich: hüpfen und laufen?
Timothy Olyphant: Hüpfen und laufen? Momentan eher gehen und sprechen!

TVdirekt: Und wie entspannen Sie sich hinterher?
Timothy Olyphant: Ich halte ein kleines Schläfchen. Solche Nickerchen werden heutzutage wirklich unterschätzt.

TVdirekt: Sie haben Sie die Haare für „Hitman“ abrasiert. Wie weit würden Sie für eine gute Rolle gehen?
Timothy Olyphant: Das war weit genug!

TVdirekt: Kein Gewichtsverlust für einen Oscar?
Timothy Olyphant: Gewicht zu verlieren hört sich immer noch besser an, als den Kopf zu rasieren.

TVdirekt: Sie wurden in Honolulu auf Hawaii geboren. Das Paradies auf Erden für viele Deutsche. Fahren Sie dorthin in Urlaub?
Timothy Olyphant: Ich bin nie dorthin zurückgekehrt. Aber ich war schon ein paar Mal in Deutschland und ich finde es großartig bei Ihnen! Ich war zweimal in Berlin, vor drei Jahren während der Berlinale und ich liebe diese Stadt. Wunderbar!

TVdirekt: In „Stirb langsam 4.0“ sind sie der Gegner von Bruce Willis, wohl Ihr bekanntester Film in Deutschland. So ein Bösewicht-Image kann schnell mal hängen bleiben. Wieso haben Sie diese Rolle angenommen?
Timothy Olyphant: Und da wären wir wieder beim Geld. Allerdings hat es dann auch wirklich großen Spaß gemacht mit Bruce Willis zu spielen. Ein guter Typ!

TVdirekt: Wenn ich Ihnen eine bestimmte Summe dafür zahlen würde, dass sie noch heute nach Deutschland fliegen, würden Sie das tun, oder?
Timothy Olyphant: Heute hab ich noch was vor, aber nächste Woche könnte ich... (lacht)

Interview: Melanie Kroiss

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