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Interview mit Alexander Klaws
Foto: Alexander Klaws
Ein „Superstar“ in Super-Form
Am 8. März 2003 wurde Alexander Klaws (* 3.9.1983) zum ersten offiziellen „Superstar“ innerhalb der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ ausgerufen. Danach eilte der damals 19-Jährige von Termin zu Termin, hatte zwei Nummer Eins Singles und veröffentlichte drei Alben. Mittlerweile lebt der Wahl-Berliner nicht mehr nur von seinem „Superstar“-Image, sondern hat seinen eigenen künstlerischen Weg eingeschlagen

Was machen Sie zurzeit?
Ich spiele im Musical „Tanz der Vampire“ die Hauptrolle, den Alfred.

Roman Polanski hat dabei Regie geführt. Wie war es, mit ihm zu arbeiten?
Es war Wahnsinn. Als ich für die Rolle, die Roman Polanski selbst in seinem Film „Tanz der Vampire“ gespielt hat, angefragt wurde, war das fast wie ein Ritterschlag für mich. Es hat mich gewundert, wie fit er noch ist. Der Mann ist immerhin 75 und umher gesprungen wie ein kleines Kind und hat seinen Spaß gehabt. Manche Leute, die schon Jahrzehnte dabei sind, werden irgendwann mal müde. Den Eindruck hatte ich bei ihm überhaupt nicht.

Hat Polanski sie ausgesucht?
Er war dabei, als ich vorgesungen habe. Er hat selbst gecastet und die einzelnen Rollen mit ausgesucht. Und er kannte mich vorher nicht. Ich habe die Rolle nicht bekommen, weil ich Alexander Klaws heiße.

Durch „DSDS“ wurden Sie bekannt. Was hat Ihnen die Show im Nachhinein gebracht?
„Deutschland sucht den Superstar“ hat mein Leben von vorne bis hinten komplett umgekrempelt. Dadurch bin ich nun hauptberuflich Sänger und kann davon sehr gut leben. Mir sind Türen geöffnet worden, ich habe Ziele erreicht, die ich sonst in meinem Leben nie erreicht hätte. Dinge sind passiert, von denen ich es vor vier oder fünf Jahren nicht gewagt hätte zu träumen. Ich kann mich überhaupt nicht beschweren. „Deutschland sucht den Superstar“ war der Anfang von allem. „DSDS“ war für mich wie eine Ausbildung zum Traumjob. Das war mein Sechser im Lotto.

Wie sind Sie mit dem Presserummel umgegangen?
Ich denke manchmal immer noch darüber nach, und gerade jetzt, da ich die Hauptrolle im Musical spiele, kommt das alles wieder. Wenn ich an 2003 und 2004 zurückdenke, als ich nonstop nur unterwegs, vielleicht fünf Tage zu Hause war und den Rest in Hotels verbracht habe, in anderen Ländern, in denen ich vielleicht auch noch gedreht habe … Keine Ahnung, wie ich das eigentlich gemacht habe. Ich habe gehofft, dass ich normal bleibe. Ich habe auf meine Freunde vertraut, die mir Gott sei Dank bis heute treu geblieben sind, was sehr selten ist. Das A und O sind Leute, die einen gut beraten. Wenn man viel unterwegs ist, gerade in der Anfangszeit, herrscht ein wahrer Run. Von links kommt einer, von rechts kommt einer, und alle wollen etwas von dir. Irgendwann verliert man den Fokus, und dann ist es wichtig, die richtigen Leute um einen zu haben. Und man braucht ein stabiles soziales Umfeld. Freunde und Familie, die einen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Zwei Jahre volle Power. Gab’s Momente, in denen Sie in ein Loch gefallen sind?
Auf jeden Fall. Die gibt es aber in allen Bereichen des Lebens, nicht nur in meinem Beruf. Es gibt Zeiten, in denen alles auf einmal kommt. Wenn’s kommt, dann richtig. Und dann gibt es die Phasen, in denen man weniger zu tun hat und auch in ein Loch fällt. Das ist aber völlig normal. Davon darf man sich nicht verrückt machen lassen. Aber man denkt, Mensch, was ist denn jetzt los, keiner ruft an, wieso hab’ ich nichts zu tun? Und es gibt Zeiten, da weiß man nicht mehr, wo oben und unten ist, so viel hat man zu tun. Damit muss man klarkommen und lernen, damit umzugehen. Aber das hab’ ich in den vergangenen vier Jahren geschafft.

Haben Sie noch Kontakt zu Dieter Bohlen oder der damaligen Jury?
Zur Jury überhaupt nicht mehr. Dieter Bohlen hab’ ich seit über zwei Jahren nicht mehr gesehen.

Zur Jury überhaupt nicht mehr. Dieter Bohlen hab’ ich seit über zwei Jahren nicht mehr gesehen.
Ich guck’ mir das gerne an, um zu sehen, was die Leute interessiert. Man weiß ja nie genau, was gerade für ein Typ gesucht wird. Bei der letzten Staffel habe ich schon mitgefiebert, wer es wird, Mike oder Tobi. Ich bin aber für Mike gewesen, weil er der perfektere Sänger war, ein Glutsänger, der alles hat, was dazu gehört. Ich sehe es mir aus Neugierde an und um zu sehen, wer die Nase vorn hat.

Würden Sie sich noch einmal bewerben?
Heute nicht mehr. Ich habe mich damals bei „DSDS“ aus reiner Neugierde beworben, ich wusste noch nicht mal, was „DSDS“ so genau ist. Es war ja auch das erste Mal, dass ein Solokünstler gecastet wurde. Als ich mich 2002 beworben hatte, gab es das momentane Übermaß an Castingshows noch nicht. Heute geht es leider nicht nur um die Talente, was ich sehr schade finde. Es ist mittlerweile zu einer Maschinerie geworden, die Leute sucht, über die sich ganz Deutschland totlachen kann.

Möchten Sie sich von Ihrer Zeit bei „DSDS“ und auch ihrer Casting-Wahl distanzieren?
Überhaupt nicht! Ich stehe zu jedem Schritt und zu allem, was ich bis heute gemacht und auch erreicht habe. Ich hatte aber auch das Glück, dass ich der erste Gewinner war. Tobi etwa wird mit denjenigen verglichen, die vor ihm gewählt wurden. Für die Nachfolgenden wird es immer schwieriger, je mehr Staffeln es gibt.

Mehr über Alexander Klaws gibt auf seiner Homepage unter www.alexanderklaws.de nachzulesen.



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