Zwischen Ballsaal und Pilgerweg
Acht Kandidaten bitten zum Tanz: TV-Teenie Wolke Hegenbarth, Ex-„No Angel“ Sandy Mölling, Ex-Hochspringerin Heike Henkel, Wayne Carpendale, Ex-“Balko“ Jochen Horst, ARD-Moderator Axel Bulthaupt, Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis und Ex-Zehnkämpfer Jürgen Hingsen. In acht Live-Shows schwofen sie mit Profi-Tanzpartnern übers Parkett. Eine Fachjury und die Zuschauer entscheiden, wer weiter tanzt. Um Gewinner und Verlierer kümmern sich Hape Kerkeling und Nazan Eckes. Im Interview mit TVdirekt spricht Hape über Favoriten, Traum-Tanzpartner, Promi-Shows, sein neues Buch und das Ende von „Hape trifft“.
Promis, die vortanzen … Wo ist da der Reiz Herr Kerkeling?
Die Tänze kann der Zuschauer kommentieren ohne, dass ihm einer dazwischen quatscht. Dafür kriegt er ein einfaches Regelwerk an die Hand, mir dem er ganz schnell einen Blick dafür kriegt, wer seine Sache gut gemacht hat.
Und wann ist Ihr Einsatz?
Ein Tanz dauert eineinhalb Minuten. Dann bin ich dran und ich werde meinem Moderationsstil treu bleiben.
Nazan Eckes fürchtet, Ihre Kommentare bringen sie aus dem Takt
Schau‘n wir mal… (grinst)
Wer ist Ihr „Let’s Dance“-Favorit?
Ich bin besonders gespannt auf Heide Simonis. Ich finde das großartig und mutig, dass sie mitmacht. Denn sie kann sich da nur mit dem Körper ausdrücken – sehr ungewohnt für eine Politikerin.
Welcher Prominente wäre Ihr Traum-Tanzpartner?
Sophia Loren. Haben Sie gesehen, mit welcher Grandezza sie bei den Olympischen Winterspielen die Fahne ins Stadion trug? Klasse! In unserer Show möchte ich aber unbedingt mal mit Heide Simonis eine heiße Sohle aufs Parkett legen.
Haben Sie mit Nazan viel geübt?
Ich kann Ihnen sagen, da spürt man Muskeln, von denen man gar nicht wusste, dass man sie hat. Ich habe das total unterschätzt. Nazan in Rückenlage zu halten, hat Kraft gekostet. Ich dachte immer nur: Hoffentlich fällt sie mir nicht runter.
Sind Sie ein eifriger Tänzer?
Ich hab einen klassischen Tanzkurs zu meiner Abiturzeit gemacht. Und ich war kein Mauerblümchen! Ich würde mich heute nicht als begnadeten Tänzer bezeichnen, aber ChaChaCha und Walzer habe ich schon noch drauf. Und auf dem Opernball habe ich vor sechs Jahren mit einer leibhaftigen, italienischen Prinzessin getanzt. Sehr schön!
Wird Horst Schlämmer von dem Ereignis berichten?
Das würde ihm gefallen! Aber ich könnte das mit der Maske gar nicht schaffen. Es ist doch alles live…
Also sind Sie immer schick im Frack?
Wenn die Tänzer da wie aus dem Ei gepellt auftreten, werde ich nicht in Hemd und Jeans mit Nazan die Showtreppe runter kommen. Hier geht’s um Glanz, um gutes Benehmen. Oder ganz pathetisch: um das Schöne und das Edle.
Profi-Tänzer sehen dabei aber oft ziemlich gelackt aus…
Ich weiß nicht was das ist, aber das ein oder andere schmieren sich die schon in die Haare. Und aufs Zahnfleisch streichen sie angeblich japanisches Heilöl, damit das Lächeln einen ganzen Abend bleibt. Das ist aber nichts für mich. Ich lasse allenfalls manchmal meine Haare färben.
Warum waren Sie noch nie Kandidat in einer der Promi-Shows?
Sie meinen, wo gekocht wird oder im Dschungel? Erstens wurde ich nicht gefragt und zweitens hätte ich weder Zeit dafür noch Interesse daran. Bei „Let‘s dance“ hätte ich zugesagt. Nachdem ich aber beim Training zugesehen habe, bin ich froh, dass ich nur der Moderator bin.
Sie haben keine Zeit. Was macht Ihren Terminkalender so voll?
Ich arbeite an meinem Buch „Ich bin dann mal weg“, das am 25. Mai rauskommt. Da sitze ich zum Teil bis drei Uhr früh am Computer und muss noch aufpassen, dass ich morgens meine Termine nicht verpasse.
Worum geht’s in dem Buch?
Um meine Erfahrungen auf dem Pilgerweg 2001. Der so genannte Französische Weg ist etwa 700 Kilometer lang, führt über die französischen Pyrenäen quer durch Spanien bis nach Santiago kurz vor der Atlantikküste.
Warum haben Sie sich auf den Pilgerweg gemacht?
Es gibt eben so Umbrüche im Leben. Ich hatte einen Hörsturz, Gallenkoliken und wusste, jetzt muss ich was ändern. Das habe ich zum Anlass genommen.
Hat es was gebracht?
Ich fühle mich seitdem meist gelassener, als zuvor.
Viele Promis bringen derzeit ihre Memoiren auf den Markt…
Auch mein Buch hat natürlich etwas memoirenhaftes, weil ich auf Momente zurück schaue, die ich erlebt habe. Aber eigentlich ist es ein Selbsterfahrungsbuch.
Wollen Sie noch mehr Bücher schreiben?
Ich habe nie daran gedacht Schriftsteller zu werden. Und auch die Idee zu diesem Buch ist zufällig entstanden. In der Sendung von Sandra Maischberger habe ich mich getraut, über dieses Thema zu reden, weil sie schon davon wusste. Und danach haben Verlage bei mir angefragt, ob ich über meine Erfahrungen nicht ein Buch schreiben möchte. Dabei wussten die nicht mal, dass ich bereits Tagebuch geführt und schon 600 Seiten Material hatte.
Und wann heißt es wieder „Hape trifft“? Im Herbst?
Nein, dieses Special am 31. März war die letzte Folge. So eine Sendung kann man nicht beliebig oft machen. Da würde die Qualität darunter leiden.
Sabine Krempl