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Interview mit Thomas Hackenberg
Foto: Thomas Hackenberg
„Es ist halt ein Dieselauto“
Schon seit einiger Zeit ist kabel eins mit dem „Quiz Taxi“ am Vorabend auf der Überholspur unterwegs. Obwohl das innovative und vergnügliche „Frage-Antwort-Spiel“ zu Beginn noch nicht all zu viele Zuschauer hatte, hielt der Sender dennoch an dem Format fest. So lange, bis aus der lahmen Ente ein schnittiger Ferrari wurde. Moderator und Taxifahrer der Show, Thomas Hackenberg (geb. 31.7.1962 in Köln), ist mittlerweile in halb Deutschland unterwegs.

Sie sind bis eben noch gefahren. Wo sind Sie denn zurzeit?
Jetzt bin ich in Köln. Diese Woche machen wir Köln, Düsseldorf und Bonn. Letzte Woche waren wir in Mannheim und Heidelberg.

Sie sind in so vielen Städten unterwegs?
Ja, man kommt halt rum. Dass man mal was sieht. (lacht)

Wie lange geht Ihre „Quiz Taxi“-Schicht am Tag?
Länger als acht Stunden auf keinen Fall. Ich muss ja auch sehen, dass ich alle sicher durch die Gegend schaukle. Es ist immer dann Schluss, wenn ich das Gefühl habe, jetzt reicht es.

Wie viele Kandidaten nehmen Sie auf?
Das zähl’ ich gar nicht. Manchmal steigen ja auch welche direkt wieder aus, weil sie nicht mitfahren wollen. Und manche wissen nach der fünften Frage nicht mehr weiter, und dann ist deren Fahrt etwas kürzer.

Richtig, die müssen dann aussteigen, oder?
Ja klar!

Das ist doch bitter.
Och ja, bei sonnigem Wetter geht’s noch. Westeuropa und Deutschland sind infrastrukturell ja gut erschlossen, wir setzen also keinen im Dschungel aus.

Hatten Sie schon mal Fahrgäste, die wirklich triftige Gründe hatten und wieder ausstiegen?
In einem Fall hatten wir mal ein Pärchen, das partout nicht ins Fernsehen wollte. Ich fragte nach dem Grund, ob sie die Mittagspause blau machen würden. Da meinte die Frau, sie dürfe gar nicht mit diesem Mann hier sein. Aber das könnte doch ein Bekannter sein, meinte ich. Nee, sie sei ja auch gar nicht in dieser Stadt.

Oh, oh.
Und jetzt halten Sie sich fest: Ich zeigte mich in diesem Fall einsichtlich, aber der Mann bestand dann darauf, dass sie es machen. Sie sind also doch noch gefahren.

Haben Sie sich auch schon mal verfahren?
Ja. Gelegentlich. Nicht schlimm, aber hin und wieder bin ich schon mal falsch abgebogen… Klar, passiert jedem anderen Taxifahrer auch. Aber meistens nicht. In der falschen Stadt bin ich immerhin noch nie gelandet.

„Quiz Taxi“ hatte zu Beginn keine berauschenden Quoten, erfreut sich mittlerweile aber einer gleichbleibend hohen Fangemeinde. Wie kommt das?
Ich glaube, dass ein Format, das täglich läuft, einfach ein bisschen Zeit braucht,. Wir haben einen schnelllebigen Fernsehmarkt, aber für manche Dinge muss man einfach etwas Geduld haben. Unser Glück war, dass alle an das süße kleine Format, bei dem man beim Abendbrot ein bisschen mitraten kann, geglaubt haben.

An die Formate, die fürs Fernsehen produziert werden, werden oft große Erwartungen geknüpft. Wenn sich diese dann nicht sofort erfüllen, sind die Sendungen gleich wieder weg vom Schirm. Aber alle von kabel eins meinten, dass man auch mal Atem haben muss. Und das ist klasse.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich zum Start gefragt wurde, ob ich denn mit den Quoten zufrieden sei. Und ich meinte, es sei halt ein Dieselauto. Es dauert, bis es auf Touren kommt, dafür fährt es aber auch länger.

Seit einiger Zeit fahren Sie bundesweit mit Ihrem Diesel.
Dass die Show in die Heimatorte der Leute kommt, macht mittlerweile den Charme der Sendung aus. Das ist so ähnlich, als ob der Zirkus in der Stadt ist. Die Leute freuen sich.
Bei den großen Quizshows muss man sich bewerben und hört vielleicht ein halbes Jahr später was. Das ist ein tierischer Marathon. Beim „Quiz Taxi“ kann man sich nicht bewerben. Entweder man hat das Glück und ist drin, oder eben nicht. Ich glaube, das gefällt den Leuten.

Ab 7. Mai gibt es montags zur Prime-Time das „Promi-Quiz Taxi“. Welche Promis werden dabei sein?
Das kann ich noch nicht verraten, die Promis wissen ja noch gar nicht, dass sie einsteigen. Sonst ist ja die Überraschung weg.

Tatsächlich? Sie überraschen die?
Ja, ja. Und die Prominenten können schlecht sagen „wir wollen jetzt nicht!“

Klar. Die Ausrede „Ich will nicht ins Fernsehen“ zieht dann nicht.
(lacht) Nee, bestimmt nicht.

Gibt es einen Promi-Bonus bei den Fragen? Sind die Fragen also leichter?
Auf keinen Fall. Die Fragen werden genauso schwer oder leicht sein, wie bei allen anderen Kandidaten. Allerdings möchten wir eine Gewinnstufe einbauen, so dass die Promis nicht mit Null rausgehen. Immerhin geht es bei der ganzen Sache um einen guten Zweck. Es gibt maximal 500 000 Euro pro Promipaarung zu gewinnen, und das Geld kommt karitativen Einrichtungen zugute. Aber der Promi kann sich auch so noch blamieren.

Stichwort blamieren, buchstabieren Sie für uns bitte Streptokokkenenzephalitis.
Oh, Streptokokkenenzephalitis? S-T-R-E-P-T-O-K-O…zwei K, CK, ein K? C-K-E-N?

Waah.
Doppel K! Doppel K! Doppel K! E-N. So, und dann E-N-Z-Y.

Uuuuh.
Falsch? E-N-Z-…Ein I? Ypsilon?

Ein „E“! EnzEphalitis! Sie sind raus. Sie müssen leider zu Fuß nach Hause gehen.
Ich hab doch noch zwei Leben. Außerdem könnte ich Sie doch fragen. Sie sind mein Telefonjoker!



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