Loveless
Original-Titel: Il était une fois ...
Ende: 07:05
Laufzeit: 55 Minuten
Dokureihe, F 2019
Regie: Olivia Mokiejewski
Folge: 22
Stereo
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06:10 Es war einmal ...

31. Mai | Arte | 06:10 - 07:05 | Dokureihe
Arte

"Loveless" ist der fünfte Spielfilm des russischen Filmemachers Andrei Swjaginzew. Boris, leitender Angestellter, und Schenja, die in Moskau einen Friseursalon betreibt, stecken mitten in der Scheidung. Ihr zwölfjähriger Sohn Aljoscha fühlt sich ungewollt und ungeliebt. Schweigsam erträgt er die heftigen Auseinandersetzungen seiner Eltern, bis er eines Tages auf dem Rückweg von der Schule verschwindet. Eine Gruppe freiwilliger Helfer begibt sich auf die Suche nach ihm."Es war einmal ... Loveless" zeichnet ein sehr realitätsnahes Porträt des russischen Mittelstandes unter Putin, in "Loveless" verkörpert vom Ehepaar Boris und Schenja. Sie sind konsumorientiert und selbstbezogen. Die Dokumentation wurde in den Kulissen des Spielfilms im russischen Winter gedreht und vermittelt die seelenlose Anonymität der gigantischen Wohnsiedlungen am Stadtrand von Moskau; hier sind die Spuren der Sowjetära omnipräsent. "Loveless" kritisiert auch den Staat und die Polizei, die sich nicht um Vermisste kümmern. Die Suche nach ihnen wird gänzlich von der Freiwilligenorganisation "Lisa Alert" übernommen.Im Interview betonen mehrere ihrer Aktivisten, die in "Loveless" als Laiendarsteller sich selbst spielen, die zivilgesellschaftliche Bedeutung ihres Engagements. Zu Wort kommen ferner die Hauptdarsteller des Films, der Produzent, der Kameramann und Andrei Swjaginzew selbst. Der 1964 in Sibirien geborene Regisseur zählt zu den führenden Vertretern des neuen russischen Films. Seine von Cannes bis Venedig prämierten Filme haben in Russland mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. "Leviathan", sein vorletzter Film, wurde wegen der scharfen Kritik an der allgegenwärtigen Korruption heftig angegriffen und zensiert. Auch mit seinem in "Loveless" gezeichneten Porträt der russischen Gesellschaft geriet Swjaginzew ins Kreuzfeuer der Kritik - ein erneuter Beweis, dass der Kampf um die Freiheit der Kunst in Russland noch lange nicht ausgefochten ist.