Original-Titel: kulturMontag
Ende: 23:10
Laufzeit: 40 Minuten
Kulturmagazin, A 2020
StereoUntertitelBreitbildformat 16:9
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22:30 kulturMontag - Spiegel der Weltgeschichte - 100 Salzburger Festspiele

28. Juli | ORF 2 | 22:30 - 23:10 | Kulturmagazin
ORF 2

Spiegel der Weltgeschichte - 100 Jahre Salzburger Festspiele - Börsencrash, Hitler-Einmarsch, Flüchtlingskrise, Pandemie - die Salzburger Festspiele haben seit 1920 einiges erlebt. Dennoch hat sich das international renommierte Festival in seiner 100-jährigen Geschichte fast nie vom Kurs abbringen lassen. Nur zwei Mal musste es abgesagt werden. Einmal, bedingt durch finanzielle Schwierigkeiten 1924, das andere Mal 1944 nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat. Allerdings schaffte man es gleich nach Kriegsende, die Festspiele in stark verkleinerter Form wieder auf die Bühne zu bringen. Mit dem Neuaufbau und einem neuen politischen System konnten schon bald wieder Künstler/innen, die während der Hitler-Zeit verpönt waren, nach Salzburg zurückkehren. Eine goldene Ära der Festspiele sollte folgen: jeden Sommer versammeln sich seither die besten Sänger, Schauspieler, Musiker und Dirigenten, um Oper und Schauspiel auf die Bühne zu bringen und - ganz nach dem Bestreben der Festivalbegründer Reinhardt, Hofmannstahl und Strauss - Kultur zu einer europäischen Angelegenheit zu machen. Dem "großen Welttheater" setzen die Festspiele gemeinsam mit dem Salzburg Museum in der Landesausstellung ein Denkmal, in der Höhepunkte, Krisen und Veränderungen thematisiert werden. Der Mikrokosmos Festspiele spiegelt den Makrokosmos Weltgeschichte mit seinen Kontinuitäten und Umbrüchen deutlich wider. Eine Kämpferin für die Kunst - "Langzeit-Präsidentin" Helga Rabl-Stadler - Mit Charme und einer gehörigen Portion Elan kämpfte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler wie eine Löwin für die Kunst und trotzte der Corona-Krise. Mit jeder Menge Sicherheitsvorkehrungen und Gesundheits-Checks kann das Festival heuer doch stattfinden. Seit 1995 reist die geborene Diplomatin als Botschafterin der Salzburger Festspiele zu Programmpräsentationen und Vorträgen zwischen Peking und New York, lukriert Sponsorengelder, verhandelt, repräsentiert, kommentiert, lächelt und scherzt - Eigenschaften, die auch für die wechselnden künstlerischen Leiter immer von Vorteil waren. Rabl-Stadler blieb stets ihrer Rolle als Vermittlerin und Stütze in der Umsetzung des künstlerischen Programms treu. Etwaige Meinungsverschiedenheiten mit sechs Intendanten während ihrer Ära, darunter Gerard Mortier, Jürgen Flimm oder Alexander Pereira, ließ sie nie nach außen dringen. Die Langzeit-Präsidentin erlebte durchaus turbulente Festspieljahre, in der sie Krisen wie die Affäre um die Osterfestspiele im Jahr 2009 oder auch den Streit ums Budget mit Alexander Pereira gemeistert hat. Auch in den schwierigen Monaten der Pandemie ist sie dem amtierenden Intendanten Markus Hinterhäuser eine unverzichtbare Stütze, der sie schließlich für ein zusätzliches Präsidentschaftsjahr gewinnen konnte. Die Kulturmanagerin ist live zu Gast bei Martin Traxl. Die "wichtigste Nebenrolle" der Welt - Premiere für Jahrhundert-"Buhlschaft" Caroline Peters - Sie ist die vielleicht die unprätentiöseste Buhlschaft in der 100-jährigen Geschichte des "Jedermann". Die 48-jährige Kölnerin Caroline Peters strahlt eine heitere Gelassenheit aus, als könne sie so schnell nichts aus der Balance bringen. Sie zählt zu den prominentesten Darstellerinnen des deutschsprachigen Gegenwartstheaters und wurde schon zwei Mal von der Fachzeitschrift "Theater heute" als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Seit 2004 zählt sie zum fixen Ensemble des Wiener Burgtheaters. Aber auch im Film und Fernsehen ist die mit komödiantischem Talent gesegnete Künstlerin gleichermaßen präsent und beliebt. Seit 15 Jahren ist Peters bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Nach dem Lock-down an sämtlichen Bühnen, freut sich die "Jubiläums-Buhlschaft" nun auf die "wichtigste" Nebenrolle der Welt. Für sie liegt der Reiz des Jedermann-Abenteuers in der gesamten Geschichte. Mehr denn je steht in diesem Jahr plötzlich der Inhalt des Stücks, also das Spiel vom Sterben des reichen Mannes im Vordergrund.

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ORF 2 Di 28.07. 03:20 kulturMontag - Spiegel der Weltgeschichte - 100 Salzburger Festspiele