Original-Titel: Im Dienste Erdogans
Ende: 12:00
Laufzeit: 30 Minuten
Dokumentation, D 2020
StereoUntertitelBreitbildformat 16:9
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11:30 Im Dienste Erdogans - Türkische Spitzel in Deutschland

25. September | ZDFinfo | 11:30 - 12:00 | Dokumentation
ZDFinfo

Etwa drei Millionen sogenannte Deutschtürken leben in Deutschland. Darunter auch Kritiker des türkischen Präsidenten Erdogan. Viele von ihnen fühlen sich bedroht. Seit dem Putschversuch in der Türkei 2016 stehen sich Erdogan-Befürworter und -Gegner auch bei uns unversöhnlich gegenüber. Regierungskritiker riskieren, beim türkischen Staat denunziert zu werden. Wie funktioniert das System Erdogan in Deutschland? Die "ZDFzoom"-Reporterinnen Simone Müller und Susana Santina treffen einen türkischen Flüchtling. Er und seine Familie sind Anhänger des Predigers Gülen und flohen vor eineinhalb Jahren aus der Türkei nach Deutschland. Der 18-Jährige erzählt, dass er von dem Imam einer DITIB-Moschee in Hessen denunziert worden sein soll. Von Gemeindemitgliedern soll er geschlagen worden sein. Besonders brisant: Der DITIB-Imam soll den jungen Mann gewarnt haben, er müsse ihn als Gülen-Anhänger der türkischen Botschaft in Berlin melden. "ZDFzoom" zeigt, wie das System der türkischen Spitzel in Deutschland funktioniert. Ein ehemaliger inoffizieller Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes MIT gibt Einblicke in die Vorgehensweise des Dienstes. In Deutschland hat der türkische MIT rund ein Dutzend Mitarbeiter offiziell gemeldet. Laut des Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenboom liegt die Zahl der inoffiziellen Spitzel jedoch deutlich höher. Schmidt-Eenboom spricht von einer "gigantischen Zahl von rund 8000 Zuträgern" des türkischen Geheimdienstes in Deutschland. Schmidt-Eenboom kritisiert die Bundesregierung scharf, spricht davon, dass sie ihrer verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Schutzfunktion nicht nachkomme. Genauso wie die Linken-Politikerin Sevim Dağdelen, die selbst bedroht wird, weil sie sich immer wieder Erdogan-kritisch äußert. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz konfrontiert "ZDFzoom" sowohl den türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu als auch den deutschen Außenminister Heiko Maas mit den Vorwürfen. Mehr unter www.zoom.zdf.de