Gott, Ehre, Vaterland - Unabhängigkeitsmarsch in Polen
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Ende: 12:50
Laufzeit: 35 Minuten
Reportagemagazin, D 2021
Folge: 671
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12:15 Re:

23. Februar | Arte | 12:15 - 12:50 | Reportagemagazin
Arte

Der 11. November ist in Polen ein Nationalfeiertag, an dem das Land der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit im Jahr 1918 nach mehr als einem Jahrhundert der Aufteilung zwischen Russland, Österreich und Preußen gedenkt. Mit dem jährlichen Aufmarsch ist es den rechtsextremen Organisatoren gelungen, die öffentlichen Wahrnehmung des Gedenktages zu dominieren. Der Unabhängigkeitsmarsch ist eine der der größten Veranstaltungen rechter Gruppierungen in Europa. Unter den Mitläufern sind auch die "Soldaten Christi", eine streng katholische, patriotische Organisation. Ihr Gründer Pawel erklärt: "Das Motto "Gott, Ehre, Vaterland" ist die Essenz dessen, was mit dem Herzen eines Mannes passiert, wenn er seinen Fokus auf den Herrgott richtet". Doch dieses Jahr fällt der Marsch in unruhige Zeiten: Hunderttausende protestieren trotz Pandemie gegen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts. Wie Mical, der früher selbst Mitglied in einer rechtsextremen Partei war und nach seinem Outing mit seinem Freund heute für ein liberaleres Polen demonstriert. Pawel bereiten diese Entwicklungen große Sorgen: "Ich weiß nicht, wie wir unsere Kinder in einem Land erziehen sollen, in dem Abtreibungen legal sein werden und in dem die Bewegung der Lesben und Schwulen grassiert." Mit diesen Sorgen ist er nicht alleine. Polens Rechte fühlen sich von den liberalen Protesten herausgefordert. Mit dem Marsch wollen sie in dieser Situation Stärke demonstrieren. Die Veranstaltung endet in einer Schlacht. Es gibt 35 Verletzte, mehr als 300 Randalierer werden festgenommen.