Original-Titel: Zapp spezial
Ende: 00:25
Laufzeit: 45 Minuten
Medienmagazin, D 2022
StereoUntertitelBreitbildformat 16:9
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23:40 Zapp spezial - Das Medienmagazin

23. September | 3sat | 23:40 - 00:25 | Medienmagazin
3sat

Es wird ein "heißer Herbst" - dafür sorgen auch sogenannte "Alternativmedien", wie der Onlinesender AUF1. In Deutschland komme die Corona-Diktatur 2.0, meldet der Sender in einem Nachrichtenprogramm Anfang August dieses Jahres und prophezeit die Rückkehr des Kommunismus unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Trotz solcher Stimmungsmache sehen sich "Alternative Medienmacher" als unabhängige Journalisten, vor allem aber als Gegenöffentlichkeit zu etablierten Medien. Ihr Motto: Anders sein. Dabei nutzen sie das Misstrauen gegenüber "denen da oben". Politisch betrachtet haben "Alternativmedien" die Funktion einer Radikalisierungsmaschine übernommen, die sich in Protesten auf der Straße abbildet. Denn "Alternativmedien" wie Auf1, apolut, die Nachdenkseiten, der Kanal "Menschen machen Mut" oder eingeschenkt.tv sind für einen relevanten Teil der Bevölkerung zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Das zeigen steigende Abruf- und Abo-Zahlen ihrer Telegram-Kanäle. Und das, obwohl ihre Nachrichten auf Halbwahrheiten, Falschinformationen und Verschwörungserzählungen basieren, mit denen sie die eigene Weltsicht stützen. In einem Exklusiv-Interview mit dem Medienmagazin "Zapp" spricht der Geschäftsführer von AUF1, der Österreicher Stefan Magnet, über seine Pläne, den deutschen Markt zu erobern. Und das tut er nicht allein: "Alternativmedien" schließen sich zu neuen Kooperationen und Netzwerken zusammen. Das belegen geleakte Emails, die "Zapp" auswertete. Wegen Verstößen gegen die Plattform-Richtlinien schloss YouTube in den letzten Jahren immer wieder Kanäle "alternativer Medien" aus. Das aber führt jetzt dazu, dass sich Macher "Alternativer Medien" vernetzen, um eine eigene Plattform ins Leben zu rufen, die offenbar "FreeDoLine" heißen soll. Erich Hambach, der Gründer des Kanals "Menschen machen Mut" agiert dabei als Strippenzieher - bis in die Politik. Er ist weitläufig vernetzt, auch mit dem ehemaligen RBB-Moderator Kayvan Soufi-Siavash alias Ken Jebsen, der seinen bekannten Kanal KenFM geschlossen hat und abgetaucht ist, weil er damit in den Fokus des Berliner Verfassungsschutzes geriet. Aber Kayvan Soufi-Siavash sendet weiter, während der Österreicher Stefan Magnet seine eigene Plattform nach Deutschland bringt.