Original-Titel: alpha-Jazz
Ende: 01:25
Laufzeit: 65 Minuten
Jazzkonzert, D 2001
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00:20 alpha-jazz: Archie Shepp Quartet - Archie Shepp Quartet

24. September | ARD ALPHA | 00:20 - 01:25 | Jazzkonzert
ARD ALPHA

"Musik muss nicht nur ästhetische, sondern auch gesellschaftliche Ordnung in unser Leben bringen" postulierte Archie Shepp einmal. Musik war und ist für den Saxophonisten und studierten Literatur-und Theaterwissenschaftler immer politisch: stets machte er sein Instrument zum Megaphon für die "Black is beautiful"-Bewegung. Zeitweise wollte er sogar den Begriff "Jazz" durch den der "black music" ersetzen. Der 64jährige Archie Shepp ist Sohn einer bekannten Gospelsängerin und eines Banjo-Spielers. Als Kind bekam er Klavierunterricht, lernte später dann Klarinette und Tenorsaxophon. Nach seinem Studium arbeitete Archie Shepp eine Zeit lang als Autor und Schauspieler, verdiente sich seinen Lebensunterhalt aber als Musiker. Bereits der frühe Archie Shepp galt als einer der eigenwilligsten Saxophonisten des Free Jazz. Mitte der 70er Jahre wandte er sich dann dem traditionelleren Jazz zu, den er mit seiner persönlichen Ausdrucksweise erneuerte. " Shepp ist ein fantastischer Musiker, er swingt wie der Teufel. Er wurzelt im Rhythm & Blues und beherrscht die ganze Ausdrucksskala der schwarzen Musik", begeisterte sich der Bassist Jimmy Woode. Und Kollegin Carla Bley schwärmte: "Archie steht über allen Begriffen wie Note, Stück, Komposition, Solo. Er ist - wie kaum jemand sonst im heutigen Jazz - er selbst". Die New Yorker Pianistin, Sängerin und Komponistin Amina Claudine Myers legt seit September 2000 einen neuen Schwerpunkt in die Musik Archie Shepps. Mit ihr, dem Drummer Ronnie Burrage und dem Bassisten Avery Sharpe stand Shepp bei der 32. Internationalen Jazzwoche in Burghausen auf der Bühne der Wackerhalle. Hier setzte er in emotionsgeladene Töne um was er sich immer schon auf seine Fahne geschrieben hatte: "Wir müssen die Musik des Volkes spielen können, sonst sind wir nichts als bourgeoise Snobs. Schwarze Musik und Schwarze Kultur ist eigentlich eine improvisierte und existenzielle. Nichts ist heilig".
Gäste: Amina C. Myers, Archie Shepp, Ronnie Burrage, Wayne Dockery