Original-Titel: Das Baltikum - Europas Start-up
Ende: 13:20
Laufzeit: 45 Minuten
Dokumentation, D 2018
Stereo
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12:35 Das Baltikum - Europas Start-up

18. November | NDR | 12:35 - 13:20 | Dokumentation
NDR

Tilmann Bünz bereist Europas östliche Ecke, wo die Kühe aus dem Meer trinken, weil es nicht mehr salzig ist. Wo der Zugang zum Internet ein Grundrecht ist und Skype erfunden wurde. Wo Singen Bürgerpflicht ist und es mehr Dirigenten als Generale gibt. Man kommt dort hin, wenn man immer weiter reist - nach Norden und nach Osten - bis kurz vor St. Petersburg. Wo die Strände endlos sind und der Sand so fein, dass er beim Gehen quietscht. 2018 feiern Litauen, Lettland und Estland 100 Jahre Unabhängigkeit, abzüglich der langen Jahre hinter dem Eisernen Vorhang. Davor herrschten die baltischen Barone. "Wir wollten endlich Herr im eigenen Haus sein und nicht mehr die Diener", sagt Lettlands langjährige Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga im Interview. Doch dafür mussten Esten, Letten und Litauer erst einmal die Sowjets buchstäblich aus dem Land singen. Das war 1989. Ein wahres Meisterstück und als "singende Revolution" in jedem Geschichtsbuch zu finden. Endgültig in Sicherheit wähnten sich die Balten, als sie 2004 der EU und der NATO beitraten und Moskau dies geschehen ließ. Doch seit Russland begonnen hat, Grenzen in Europa zu verschieben, sind die Sorgen zurück. Der langjährige Nordeuropa-Korrespondent des NDR, Tilmann Bünz, hat die führenden Köpfe der "singenden Revolution" besucht, den Zaunbau an der litauischen Grenze zu Kaliningrad beobachtet und junge Russen in Riga getroffen, die vier Sprachen sprechen und keine Sehnsucht nach ihrem vermeintlichen Mutterland haben. Er besucht die Insel Kihnu, eines der wenigen Matriarchate der Welt und bestimmt das einzige mit einem Glasfaseranschluss. Und er ist der Frage nachgegangen, ob Leonard Cohen nicht ein Denkmal in Vilnius verdient hätte.