Original-Titel: Die Investoren
Ende: 22:48
Laufzeit: 43 Minuten
Dokumentation, D 2018
StereoUntertitel
Sendung merken   Teilen        

22:05 Die Investoren - Wie Macher und Glücksritter in den Osten kamen

22. Januar | MDR | 22:05 - 22:48 | Dokumentation
MDR

Eine zweiteilige Dokumentation von Ariane Riecker Ostdeutschland, eine innerhalb kürzester Zeit deindustrialisierte Region mit kaputten Städten und maroden Betrieben, sucht Menschen, die eine neue Wirtschaftsordnung aufbauen. Besonders gefragt: Erfolgreiche Unternehmer und Konzerne mit Kapital und Durchhaltevermögen. Aber nur wenige von denen, die das Kapital, die Erfahrung und das Knowhow haben, kommen in den Osten. Einmalig sind im Osten Deutschlands die Bedingungen, unter denen investiert wird. Einmalig ist der Einfluss, den Politik und Staat nehmen wollen. Einmalig der Subventionswahn. Einmalig auch die Fallstricke, die völlige Neuordnung der Wirtschaft und der Eigentumsverhältnisse für manchen Unternehmer bereithalten. Einmalig sind auch Engagement und Ehrgeiz, nicht selten aber auch Egoismus und kriminelle Energie der großen Investoren im neu zu ordnenden Land. Volkswagen ist einer der wenigen westdeutschen Konzerne, die ganz groß im Osten einsteigen - und das hat viel mit Carl Hahn zu tun. Hahn, in Chemnitz geboren, hat der Osten nie ganz losgelassen. 1989 macht er sich auf, um den Verlieren das Siegen beizubringen - und um den riesigen Markt, der sich plötzlich direkt vor der eigenen Haustür auftut, zu erobern. Kurt Krieger, ein Westberliner Möbelhändler, hat den Osten nicht im Blick. Erst fünf Monate nach dem Mauerfall macht er sich auf gen Ostdeutschland - und ist überwältigt von den Flächen und den Möglichkeiten, die ihm die neuen Länder bieten. Krieger nutzt sie und wird durch den Osten zu einem der größten Möbelhändler Deutschlands. Krieger baut zehn riesige Höffner-Möbelcenter und investiert in Hochregallager für mehr als eine Milliarde Euro. Reiner Pilz, ein erfolgreicher bayrischer Mittelständler, avanciert im Osten schnell zum Vorzeigeinvestor. Aber er erliegt einer Verführung. Er, der Mittelständler, wird Teil des medial gefeierten ersten gemeinsamen deutsch-deutschen Joint Venture. Genug Kapital hat er dafür eigentlich nicht - aber die Hoffnung, auf dem Ostmarkt viel Geld zu verdienen und das Versprechen von Banken und Politik, ihn in jedem Fall zu stützen. Immer tiefer gerät er in die Mühlen seines eigenen Joint Ventures - bis zum Fall. Er verliert sein Vermögen und am Ende sogar seine Freiheit. Die zweiteilige Dokumentation zeigt eine Spezies, die bis heute ein Spiegelbild der Deutschen Einheit ist: Die Ost-Investoren. Die Filme machen die enorme Spannweite zwischen seriösem Interesse und Größenwahn, von Hochstapelei bis zum nachhaltigen Struktureffekt deutlich.