Original-Titel: Argentinien: Rebellion der Frauen
Ende: 23:25
Laufzeit: 45 Minuten
Dokumentation, D, A 2019
Stereo
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22:40 Argentinien: Rebellion der Frauen

06. März | 3sat | 22:40 - 23:25 | Dokumentation
3sat

Alle 30 Stunden wird in Argentinien eine Frau umgebracht. Morde, die oft als Verbrechen aus Leidenschaft abgetan werden. Immer mehr Frauen engagieren sich als Aktivistinnen. Unter dem Motto "Nicht eine weniger" beginnt 2015 eine neue feministische Bewegung. Dem voraus ging ein besonders brutaler Mord an einer 14-Jährigen. Regelmäßig finden Großdemonstrationen statt: Am 8. März 2018 gingen an die 700 000 Frauen auf die Straße. Claudia Levy ist eine von vielen. Die Sängerin und Komponistin singt über das Leid, das ihr wie vielen anderen Frauen widerfahren ist. Sie wurde von ihrem Mann jahrelang misshandelt. Karina Abregú hingegen hat den Mordversuch ihres Mannes nur knapp überlebt. Sie wurde mit Alkohol übergossen und angezündet. Die neue feministische Bewegung tritt vehement gegen diese Gewalt an. Gleichzeitig kämpfen die Aktivistinnen für Gleichstellung, Selbstbestimmung und Fairness. Die Ungleichheit sehen sie als den Nährboden für die brutalen Frauenmorde an. Im Schnitt verdienen Frauen in Argentinien 27 Prozent weniger als Männer. Es ist ein Kampf um mehr Gerechtigkeit, die teilweise längst auf dem Papier existiert. Der Feminizid, die Tötung von Frauen, wurde bereits 2012 als verschärfter Tatbestand eingeführt. Zur Anwendung kommt er selten. Gesellschaftlich tief verankert ist die Vorstellung, dass Verbrechen aus Leidenschaft eben passieren können. Auch die Tango-Kultur ist vom Machismo, der Vormachtstellung des Mannes, geprägt. Viele Tango-Sängerinnen treten gemeinsam für ein Umdenken ein. Darunter auch die Sängerin Noelia Moncada. Mit ihrer frechen Puppe Alfredo und einer kräftigen Prise Humor bringt sie ihre Kritik unter die Menschen. Julieta Rudich begleitet mehrere Frauen in Argentinien bei ihrem ganz persönlichen Engagement, den Gräueltaten an Frauen ein Ende zu setzen.