Original-Titel: Spur der Steine
Ende: 00:45
Laufzeit: 140 Minuten
Tragikomödie, DDR, D 1966
Regie: Frank Beyer
FSK: 6
Untertitel
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22:25 Spur der Steine

09. Mai | 3sat | 22:25 - 00:45 | Tragikomödie
3sat

empfehlenswerter Film
HumorActionSpannungGefühlErotik
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Die "Ballas": Wo diese Truppe von Zimmermännern auftaucht, da bleibt kein Auge trocken. Brigadier Hannes Balla sorgt dafür, dass seine Leute für gute Arbeit auch gutes Geld verdienen. Dabei stellt er so manche Regel der sozialistischen Planwirtschaft auf den Kopf. Die Parteiverantwortlichen und der Bauleiter hätten die "Ballas" längst zum Teufel gejagt, wenn sie nicht in puncto Arbeit die beste Truppe weit und breit wären. Das Gleichgewicht der Bautruppe gerät aus dem Lot, als zwei neue Kollegen für frischen Wind sorgen: Die hübsche Ingenieurin Kati Klee und der neue Parteisekretär Werner Horrath. Balla wirft sofort ein Auge auf Kati und legt sich in gewohnt rüder Manier mit dem Parteisekretär an, der sich in seine Arbeitsmethoden einmischen will. Als Balla merkt, dass es Horrath um echte Verbesserungen und um einen Kampf gegen Schlamperei und verpfuschte Planung geht, verbessert sich langsam ihr Verhältnis. Doch als Balla sogar bestimmten Veränderungen im Arbeitsablauf zustimmt, rebellieren seine Zimmerleute. Und auch seine Beziehung zu Kati bekommt einen Knick, als er erfährt, dass sie schwanger ist. Die Moralapostel der Partei blasen zur Hetzjagd auf den unbequemen Parteisekretär, ehe herauskommt, dass er - verheiratet und Vater einer kleinen Tochter - der "Schuldige" ist. Balla muss sich entscheiden. "Spur der Steine" ist vielleicht der schwungvollste, hinreißendste Gegenwartsfilm der DEFA überhaupt", viele weitere Superlative sind diesem Urteil von Filmkritikerin Erika Richter anzufügen. Er erzählt so schlüssig und lebensnah von jener DDR zu Beginn der 1960er-Jahre, von denen, die engagiert den Sozialismus aufbauen wollten, und jenen, die dies parteibürokratisch verhinderten. Die Macher, damals junge Leute - Regisseur Frank Beyer war 32, Manfred Krug 28 und Eberhard Esche 33 Jahre alt - waren überzeugt, ein Werk produziert zu haben, das auch nach jenem berüchtigten 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965 von der Partei akzeptiert werden konnte. Mit ihrer originellen, äußerst lebendig gespielten Geschichte sind sie der ständigen Forderung der SED nach einer gültigen Gestaltung der Arbeiterklasse in der Kunst nachgekommen. Sie wollten den Sozialismus nicht angreifen, sondern ihn "verbessern". Eine tragische Illusion, der Film geriet in den Strudel des 11. Plenums des ZK der SED, wo zahlreiche Filme verboten wurden. Erst in der Wendezeit am 23. November 1989 lief "Spur der Steine" tatsächlich in den Kinos an - und ist seitdem zur Legende geworden.

Schauspieler

Hannes BallaManfred Krug
Kati KleeKrystyna Stypulkowska
Werner HorrathEberhard Esche
Hermann JansenJohannes Wieke
Richard TrautmannWalter Richter-Reinick
Heinz BleibtreuHans-Peter Minetti