Original-Titel: Auf schmaler Spur durch Indien
Ende: 11:15
Laufzeit: 45 Minuten
Dokureihe, D 2011
Folge: 3
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10:30 Auf schmaler Spur durch Indien - Die Matheran Hill Bahn - Unterwegs mit Indiens "Toy Trains"

10. Mai | HR | 10:30 - 11:15 | Dokureihe
HR

Matheran, der Luftkurort im Westen Indiens, liegt nur wenige Kilometer von der Millionenmetropole Mumbai auf einem Tafelberg in rund 800 Metern Höhe. Die frische Luft, die schattigen Wälder und die zahlreichen, von Wanderwegen erschlossenen Aussichtspunkte machen ihn zu einem begehrten Ausflugsziel für indische und auch ausländische Besucher. Besonderes Kennzeichen Matherans ist allerdings die Abwesenheit von Autos und Motorrädern, sie dürfen nicht in den rund 5.000 Einwohner zählenden Ort. Wer die kaum enden wollenden Hupkonzerte indischer Großstädte gewohnt ist, mag sich vorkommen wie im Paradies. Schon bevor Ruhe suchende Großstädter die Vorzüge dieses Ortes entdeckten, war es ein indischer Geschäftsmann, der gern die frische Luft des Bergortes genoss und Ende des 19. Jahrhundert häufig auf dem Pferderücken hierher kam. Um die Anreise nach Matheran auch für normale Bürger einfacher zu machen, begann er 1901 mit dem Bau der Matheran Hill Bahn. Es entstand eine Schmalspurbahn, die in zwei Stunden auf rund zwanzig Kilometer abenteuerlicher Strecke aus dem fast auf Meereshöhe gelegenen Neral in den über 700 Meter höher gelegenen Kurort führt. Dabei gelang den Ingenieuren das Kunststück, einen Zickzackkurs mit zahlreichen engen Kurven entlang der steilen Bergflanke zu führen, der nur einen einzigen Tunnel erforderlich machte. Dieser ist auch noch so kurz, dass er den Beinamen "One-Kiss-Tunnel" führt. Filmautor Peter Weinert ist mit seinem Team die reizvolle Bahnstrecke auf den Tafelberg gefahren und hat den beliebten Ausflugsort Matheran besucht. Sein stimmungsvoller Bericht zeigt eine der attraktivsten Schmalspurbahnen Indiens, ihre kühne Streckenführung sowie die Geschichte ihrer Entstehung und macht deutlich, warum die Bahnlinie vor der Aufnahme in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht. Der Film ist aber darüber hinaus auch ein lebendiges Porträt des quirligen Kurortes Matheran, seiner Bewohner und Gäste und der faszinierenden Landschaft, in die dieser ungewöhnliche Ort eingebettet ist.