04.12.2016, 00:55 Uhr

Suits

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Smarte Anwälte, die die Welt vor dem Böse bewahren, gibt es im Fernsehen bereits genug. Perfekter Zeitpunkt also, um mit „Suits“ eine etwas andere Serie zu präsentieren. Mag dabei auch oberflächlich betrachtet vieles auf perfektionistische Figuren hindeuten, so lohnt es sich doch, ein wenig hinter die Fassaden zu schauen. Denn das TV-Format sollte durchaus mit einem Augenzwinkern betrachtet werden.


Die Handlung
Der New Yorker Anwalt Harvey Specter (gespielt von Gabriel Macht) scheint das Glück und den Erfolg für sich gepachtet zu haben. Die schicke Wohnung, der Reiz auf die Frauen und natürlich die Nobelkarosse – nichts davon könnte größer sein. Doch dann erscheint sein Kollege Mike Ross (Patrick J. Adams) auf der Bildfläche. Der scheinbare Jurist trägt aber düstere Geheimnisse mit sich herum, denn sein Studium hat er nie abgeschlossen. Dennoch verfügt er über jenen Puzzlestein, der Specters Arbeit vervollständigen kann: Ross besitzt ein detailgenaues Gedächtnis. Die Zusammenarbeit ist damit unumgänglich.

Der Reiz der Serie
Zwar wird in „Suits“ pro Folge ein kriminalistischer Fall gelöst, doch gehören Mord, Totschlag oder Raub hier eher zu den Randfiguren. Entscheidend ist es, dass das Beziehungsgeflecht der Charaktere untereinander beleuchtet wird. Denn so sehr Specter auch vom Schicksal verwöhnt sein mag, in seiner Kanzlei ist er von Neidern umgeben. Sogar die Behörden warten lediglich auf den kleinsten Fehler bei ihm, um dem Juristen die Lizenz zu entziehen. Natürlich verkompliziert sich die Lage durch das Eintreffen von Ross gehörig. Denn wo Recht und Gesetz die Handlungsfreiheit bei den Ermittlungen einschränken, da beginnt für den Draufgänger erst das Abenteuer.

Die Charaktere
Mit Harvey Specter und Mike Ross treffen zwei Hauptfiguren aufeinander, die die Tradition klassischer Ermittlerpaare nicht nur aufgreifen, sondern auch satirisch begleiten. Wie ein altes Ehepaar zofft sich das Duo zuweilen. Beide halten jedoch zusammen – was gerade gegen Anwalt und Kanzleikollege Louis Marlow Litt (grandios dargestellt von Rick Hoffman) auch wirklich nötig ist. Der bärbeißige Finanzrechtler führt nämlich einige Intrigen im Schilde. Zuweilen tragisch, romantisch und überspitzt dargestellt präsentieren sich dagegen die Damen der Serie. Ob Vorgesetzte oder Gehilfin, ob gute Kollegin oder Feindin: Jede der Damen trägt charakterliche Eigenarten mit sich herum, die nach und nach bloßgelegt werden. Nicht zuletzt dadurch erhält „Suits“ einige brisante Wendungen.

Die Bewertung
In gegenwärtig 60 Folgen aus vier Staffeln ist es dem Produzenten Aaron Korsh gelungen, neue Pfade zu betreten, dabei aber auf bewährte Muster zurückzugreifen. Die Mischung aus Komödie und Drama wird hier zuweilen bis auf den Höhepunkt getrieben. Die Charaktere, allesamt im ersten Eindruck smart und gefestigt, erweisen sich in den Tiefen ihrer Seele als Opfer der modernen Gesellschaft – und erst deren Zusammenspiel lässt eine nie zuvor da gewesene Serie entstehen. Wer spannende Unterhaltung mit einer Prise psychoanalytischer Verhaltensforschung und ein wenig Humor mag, kommt an „Suits“ daher nicht vorbei.

 

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Der New Yorker Anwalt Harvey Specter (gespielt von Gabriel Macht) scheint das Glück und den Erfolg für sich gepachtet zu haben. Die schicke Wohnung, der Reiz auf die Frauen und natürlich die Nobelkarosse – nichts davon könnte größer sein. Doch dann erscheint sein Kollege Mike Ross...